00:00:00: Es ist eine Vorahnung der Apokalypse.
00:00:03: So bezeichnen französische Medien die Waldbrände im Südwesten des Landes, die Evakuierung hunderttausender Menschen ist zumindest in Europa bislang beispiellos.
00:00:14: und auch in Deutschland und Österreich herrscht zum wiederholten Mal in diesem Jahr eine enorme Hitzewelle.
00:00:21: Wenn Temperaturrekorde fallen, wenn die Nächte nicht mehr abkühlen.
00:00:25: Wenn ganze Landstriche durch Feuersprünste oder andernorts durch Starkregen und Überflutungen verwüstet werden dann ist das kein Alarmismus mehr.
00:00:35: Es ist eine unübersehbare Warnung.
00:00:38: Die Weltgesundheitsorganisation bezeichnet die aktuellen Hitzewellen als eine Art Generalprobe für die Sommer die noch vor uns liegen werden.
00:00:47: es ist schlichtweg die neue Realität.
00:00:51: Und trotzdem möchte ich heute keine klassische Folge über den Klimawandeln machen.
00:00:55: Ich will also nicht darüber sprechen, ob es wärmer wird, Spoiler Ja, nicht darüber, ob menschliche Aktivitäten dafür verantwortlich sind, Spoiller Ja.
00:01:05: und auch nicht darüber ,ob wir die Klimaziele erreichen oder verfehlen werden.
00:01:09: Spoiler Es wird mit jedem Tag schwieriger.
00:01:12: Um all das geht es heute trotz der Dringlichkeit Nicht Denn der Klimawandel ist nicht nur eine ökologische Herausforderung, er verändert auch ganz massiv unsere Arbeitswelt und die Wirtschaft.
00:01:23: Und genau das schauen wir uns jetzt in fünf Punkten an!
00:01:48: Welche Arbeit wirtschaftlich noch sinnvoll ist?
00:01:50: Welche Berufe verschwinden, welche neuen stehen und welche Fähigkeiten künftig besonders dringend gebraucht werden.
00:01:57: All das sind Fragen die ganz eng mit dem Klimawandel zusammenhängen – und der entwickelt sich damit zu einem der größten wirtschaftlichen und arbeitsmarktpolitischen Transformationsprozesse unserer Zeit.
00:02:09: Dazu wie gesagt fünf Beobachtungen.
00:02:12: Fangen wir beim offensichtlichsten an bei dem was unmittelbar spürbar.
00:02:17: Die Hitzewelle verändert unsere Arbeitswelt bereits jetzt.
00:02:21: Denn Hitze belastet den menschlichen Körper, das ist keine Frage der Einstellung, der Motivation oder einer besonders ausgeprägten Arbeitsmoral.
00:02:29: es gibt schlichtweg physiologische Grenzen.
00:02:32: Bei hohen Temperaturen sinkt unsere körperliche und unsere geistige Leistungsfähigkeit wir ermüden schneller die Konzentration lässt nach die Fehlerwahrscheinlichkeit steigt und damit auch das Unfallrisiko.
00:02:45: Das betrifft zunächst einmal Menschen, die mittlerweile beim freien arbeiten auf Baustellen zum Beispiel oder in der Landwirtschaft, in der Logistik bei Reparatur und in Standhaltungsarbeiten im Straßenbaum.
00:02:56: Aber eben nicht nur.
00:02:59: auch Fabrikhallen oder Lagerhallen können sich massiv aufhetzen.
00:03:03: Schulen und Universitäten klagen darüber dass der Unterricht nicht mehr möglich ist und dann wird über Hitzeferien diskutiert.
00:03:10: Krankenhäuser geraten gleich dreifach Unterdruck, weil mehr Patienten versorgt werden müssen.
00:03:16: Weil Patienten besonders empfindlich für Hitze sind und weil natürlich das Personal selbst und damit die Behandlungsqualität unter der Hitze leiden.
00:03:26: Auch in schlecht gekühlten Büros sinkt die Konzentrationsfähigkeit.
00:03:31: Arbeitszeiten werden sich vielleicht so verändern wie wir das bislang aus südlichen Ländern gekannt haben nämlich in die frühen Morgenstunden verschoben oder an den Tagesrand.
00:03:41: Wenn das so ist, dann müssen zum Beispiel auch Transporte anders geplant werden.
00:03:44: Pausen verlängert werden, Prozesse unterbrochen.
00:03:48: Die International Labor Organization hat berechnet dass durch Hitze Stress in den nächsten fünf Jahren die Arbeitsleistung weltweit im equivalent von ungefähr achtzig Millionen Vollzeitbeschäftigten verloren geht.
00:04:01: Das wäre ein wirtschaftlicher Verlust von über zwei tausend Milliarden US-Dollar pro Jahr.
00:04:06: Das ist eine gewaltige Zahl Und diese Arbeitsleistung fällt aus, weil Tätigkeiten unter bestimmten klimatischen Bedingungen nicht mehr in der bisherigen Form durchgeführt werden können.
00:04:18: Die Hitzewelle verändert damit ganz konkrete betriebliche Fragen – wann kann gearbeitet werden?
00:04:24: Wie lange kann geararbeitet werden?
00:04:26: Welche Schutzmaßnahmen sind notwendig?
00:04:28: Welcher Gebäude müssen gekühlt werden, die bisher nicht gekühled waren?
00:04:32: Welchen Tätikaten lassen sich verlagern oder vielleicht überhaupt automatisieren?
00:04:38: Wer sich im Unternehmen mit diesen Fragen ernsthaft und analytisch auseinandersetzt, ist noch nicht in allen Betrieben endgültig erklärt.
00:04:46: Macht das HR?
00:04:47: Macht es der oder die Nachhaltigkeitsbeauftragte?
00:04:50: Sind Produktionsvorstände auf dem letzten Stand solch Entwicklungen?
00:04:55: Eines ist jedenfalls schon jetzt offensichtlich – Es wird massive Transformation geben müssen!
00:05:02: Das ist der erste Punkt und darin schließt sich unmittelbar der zweite an nämlich Arbeitsplätze werden verschwinden und zwar geraten sie durch den Klimawandel auf zwei unterschiedlichen Wegen unter Druck.
00:05:14: Der erste Weg sind die klimatischen Auswirkungen, die ich gerade eben schon thematisiert habe.
00:05:19: Davon besonders betroffen sind jene Arbeitsplätzen, die unmittelbar von natürlichen und klimatischem Bedingungen abhängig sind.
00:05:27: Eben zum Beispiel die Landwirtschaft oder die Forstwirtschaft – große Teile der Bauwirtschaft für Österreich besonders bedenklich.
00:05:33: der Tourismus.
00:05:35: Neben der Hitze an sich geht es darum Tätigkeiten, die von Faktoren wie zum Beispiel ausreichender Wasserverfügbarkeit, stabilen Transportwegen oder verlässlichen Ernterträgen abhängen.
00:05:47: Wenn Böden austrocknen, Ernten geringer ausfallen, Schiebisten nicht mehr zuverlässig betrieben werden können oder bestimmte Bauarbeiten während längerer Hitzeperioden stillstehen müssen dann hat das einen direkten Einfluss auf den Arbeitsmarkt.
00:06:02: Nicht jeder dieser Arbeitsplätze muss gleich verschwinden, das stimmt schon.
00:06:04: Manche werden angepasst andere verlagern sich saisonal oder geografisch aber einige werden in bestimmten Regionen schlicht keine wirtschaftliche Grundlage mehr haben.
00:06:16: Das ist das eine.
00:06:18: Der zweite Weg ist die Decarbonisierung selbst, die wir logischerweise vorantreiben müssen.
00:06:23: Wenn Volkswirtschaften aus fossilen Energieträgern aussteigen, wenn Produktionsprozesse emissionsärmer werden und wenn neue Technologien altersetzen, dann verändert das auch den Arbeitsmarkt.
00:06:36: Das betrifft besonders emissionsintensive Unternehmen und deren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
00:06:42: Das bedrifft ganz wesentliche Teile der europäischen Industrie.
00:06:45: Ein anschauliches Beispiel dafür ist gerade die deutsche Automobilindustrie und die ihrer Zulieferer, die natürlich unter globalen und technologischer Verschiebung leiden aber eben auch sehr stark unter den Folgen der Systemumstellung auf alternative Antriebe massiv unter Druck geraten sind.
00:07:01: Und dort werden jetzt gerade Abertausende Stellen abgebaut.
00:07:05: Genauso betroffen sind aber auch traditionelle Produktionsverfahren zum Beispiel in der Stahlindustrie, in der Zementfertigung, dort wo es um Chemie oder Schwereindustrie geht.
00:07:15: Auch da ist die Realität differenzierter, nicht alle Beschäftigten einer solchen betroffenen Branche verlieren jetzt automatisch ihre Arbeit.
00:07:22: Beziehungsweise können sich Tätigkeiten natürlich auch innerhalb einer Branche verändern.
00:07:27: Zum Beispiel wenn Stahl mithilfe von Wasserstoff statt mit Kohle produziert wird dazu ein bisschen später noch mehr.
00:07:34: Es droht also sowohl ein generelles Transformationsrisiko Können wir die Anzahl der wegfallenden Jobs eins zu eins substituieren?
00:07:42: und es droht das Risiko einer schlecht vorbereiteten Transformation.
00:07:47: Denn neue Arbeit muss ja nicht nur mengenmäßig passen, und rechtzeitig entstehen – das ist schon schwierig genug!
00:07:53: Sie muss auch regional erreichbar sein, an vorhandene Kompetenzen anschlussfähig sein, bei Einkommen- und Arbeitsbedingungen vergleichbare Qualitäten bieten ….
00:08:03: Und es müssten die betroffenen Menschen tatsächlich den Übergang schaffen können….
00:08:08: Was wir aber gerade erleben, das ist ein viel zu passiver und viel zu wenig gestalterischer Zugang zu diesem Wandel.
00:08:14: Sowohl auf der Unternehmensseite, aber noch viel stärker auf der Seite der Industrie- und Standortpolitik.
00:08:20: Ein anschauliches Beispiel dazu ist Oberösterreich – das Industrieb Bundesland schlechthin in Österreich!
00:08:26: Dort wird fast ein Viertel der gesamten nationalen Industrieproduktion erwirtschaftet.
00:08:31: es ist ein Flächenbundesland Und dennoch stehen dort gerade einmal zwei Prozent aller Windräder in Österreich.
00:08:38: Und jetzt bitte unglaublich staunen, seit dem Jahr ist ein einziges neues Windrad hinzugekommen!
00:08:46: Die lokale Politik zögert und fährt zögern – sie spricht von Luftschlössern – und verschleppt mit aus sachlichen Gründen nicht nachvollziehbaren Motiven den weiteren Ausbau.
00:08:58: Da zeigt sich das Problem ziemlich deutlich.
00:09:00: Wir sprechen viel über Transformation, schaffen aber viel zu langsam und zögerlich die Voraussetzungen dafür.
00:09:07: Es bleibt der Eindruck Europas Wirtschaft zögert so lange bis alte Geschäftsmodelle zusammenbrechen.
00:09:14: Die europäische Politik verschleft das Thema Bis Unternehmen im großen Stil Standorte schließen und Tausende Arbeits loswerden Und dann setzen überraschte Weglagen und Schuldzuweisungen ein.
00:09:27: Damit sind wir bei der dritten Beobachtung.
00:09:29: Der Klimawandel wird zu einem beinharten Wirtschaftsfaktor, denn inzwischen sollte es mehr als klar sein, Klimawandel ist kein Spezialthema für Nachhaltigkeitsabteilungen sondern er betrifft die Grundlagen wirtschaftlicher Wertschöpfung.
00:09:44: Seit stundhundertachzig haben Wetter- und Klimaextreme in der Europäischen Union wirtschaftliche Schäden von über acht hundert Milliarden Euro angerichtet.
00:09:55: Das ist das aktuelle Jahr noch gar nicht reingerechnet, aber vor allem ist die Beschleunigung der Entwicklung beachtlich.
00:10:00: In den neunzehnhundertachziger Jahren lagen die durchschnittlichen jährlichen Schäden bei ungefähr neun Milliarden Euro pro Jahr.
00:10:09: In dem letzten Jahr waren es ca.
00:10:11: fünfundvierzig Milliarden Euro per Jahr – also fünfmal so viel!
00:10:16: Und übrigens weniger als zwanzig Prozent der Schäde sind versichert.
00:10:20: für den Rest kommt entweder der Start auf Wenn es um sowas wie Hochwassernothilfe zum Beispiel geht oder die Betroffenen bleiben drauf sitzen.
00:10:29: Wenn wir uns also den rein finanziellen Impact des Klimawandels ganz nüchtern anschauen, dann müssen wir uns anschauen zerstörte Gebäude unterbrochener Lieferketten, Ernteverluste, Produktionsstillstände, Schäden an Straßen, Schienen, Stromnetzen, Infrastruktur.
00:10:44: Dann geht's um höhere Versicherungsprämien und steigende öffentliche Ausgaben und um Investitionen, die plötzlich unrentabel werden.
00:10:53: Dann geht es um Reputationsverluste, genauso wie um harte Verluste die unmittelbar in der Bilanz aufschlagen.
00:11:00: Mit einem Wort – Der Finanzvorstand muss kein Klimaaktivist sein, um sich für den Klimawandel zu interessieren.
00:11:07: Es reicht vollkommen rechnen zu können!
00:11:15: die Zuverlässigkeit von Lieferketten, den Wert von Immobilien, die Verfügbarkeit von Wasser und Energie, die Versicherbarkeit an Langen und die Produktivität der Beschäftigten.
00:11:27: Die Klimafrage hat sich von einem ökologischen und moralischen Argument zu einem beinharten wirtschaftlichen und kommerziellen Thema gewandelt.
00:11:36: Jede langfristige Investitionsentscheidung, jede Standortentscheiden enthält automatisch eine Annahme über den Klimawandel oder es ist nicht gültig!
00:11:46: So, bisher klingt diese Folge ziemlich düster und schwarzmalerisch.
00:11:49: Angesichts der enormen Herausforderungen unter Kürze zur Verfügung stehenden Zeit für die Transformation ist so eine Krisenstimmung auch durchaus angebracht.
00:11:58: Es gibt aber auch eine andere Seite der Geschichte Und damit sind wir beim vierten Punkt Denn während das eine zurückgeht oder ganz verloren geht entstehen an anderer Stelle enorme zusätzliche Nachfragen.
00:12:13: Das Strategieberatungsunternehmen, die Leute verwendet dafür den Begriff der Green-Color Workforce.
00:12:19: Ich finde das ist ein schöner ziemlich eingängiger Begriff, der lehnt sich an die bekannten Kategorien von Blue Color und White Color an.
00:12:26: Aber Green Color bezeichnet weder eine bestimmte Branche noch einen bestimmten Bildungsgrad.
00:12:33: Ein Green Color Worker oder eine Green Color workerin kann auf einer Baustelle arbeiten oder in einem Büro.
00:12:41: Das kann eine Elektrikerin sein oder ein Softwareentwickler, eine Kontrollerin, ein Ingenieur, eine Projektmanagerin oder einen Dachspengler.
00:12:50: Entscheidend ist dass die Decarbonisierung die Tätigkeit an sich, die Aufgaben und die dafür benötigten Fähigkeiten beeinflusst.
00:12:58: Dazu gehören einmal bestehende Berufe nach denen künftig deutlich mehr Nachfrage besteht.
00:13:08: Elektriker oder Installateur beispielsweise.
00:13:11: Denn sonst scheitert die Nachhaltigkeit nicht an fehlender Technologie, sondern an fehlenden Facharbeiterinnen und Facharbeiterinnen, die die Bevoranlage aufs Dach schrauben, die Gasheizung gegen eine Werbepumpe austauschen oder die Straße aufreißen um neue stärkere Stromleitungen zu verlegen.
00:13:28: Dann gibt es Berufe, die sich inhaltlich verändern also Neue bzw.
00:13:33: andere Fertigkeiten und Kompetenzen erfordern.
00:13:36: Ein Stahlarbeiter bleibt möglicherweise ein Stahlarbeiter, aber die Produktionsanlage, die Verfahren und damit auch seine Aufgaben verändern sich.
00:13:44: Der muss also umlernen, requalifiziert werden.
00:13:48: Und schließlich entstehen tatsächlich auch neue Berufe – Spezialisten für Wasserstoffsysteme, Fachkräfte für große Batteriespeicher, Planerinnen für klimafeste Infrastruktur, Experten für CO-Zweierabscheidung, Kreislaufwirtschaft, Industrielle Decarbonisierung usw.. Der Klimawandel betrifft eben nicht nur die ausgewissenen Green Economy Unternehmen, sondern man kann durchaus sagen jedes Unternehmen das in den nächsten zehn Jahren überstehen will muss ein Green Economy Unternehmer sein oder schleinigst eines Werden um noch am Markt bestehen zu können.
00:14:23: Und dazu gehört eben auch eine entsprechende Workforce, die Green Color Workforce.
00:14:30: Gelingt eine entsprechend aktive Arbeitsmarktpolitik, könnten laut dieser Deloitte-Studie weltweit mehr als dreihundert Millionen zusätzliche Arbeitsplätze entstehen, verglichen mit einem passiven Zugang zur Transformation.
00:14:43: Genau deshalb ist der Klimawandel ein massives Qualifizierungs und Arbeitsmarkthema ausgerechnet auch für Hochlohnländer und Hochqualifikationsländer wie Deutschland und Österreich Und damit sozusagen insgesamt.
00:14:58: fünftens, der Klimawandel verändert was ein guter Standort ist.
00:15:02: Über Standorte wird aktuell immer noch mithilfe der bekannten Parameter diskutiert wie hoch sind die Lohnkosten?
00:15:08: Wie hoch sind Steuern?
00:15:10: Vor allem eben in Deutschland und Österreich wird dann genau über diese Themen auch geklagt.
00:15:15: wir sind nicht wettbewerbsfähig gegenüber China usw.
00:15:18: Ja stimmt eh!
00:15:19: Diese Fragen verschwinden auch nicht Aber es kommen immer auch neue hinzu und ich trau mich sehr kritisch in den Raum zu stellen.
00:15:26: Die Prioritäten innerhalb dieser Fragen werden sich ordentlich verändern, weil sehr rasch werden wir vielleicht weniger über Lohnnebenkosten diskutieren sondern eher über die Frage ob an einem bestimmten Standort auch in zwanzig Jahren noch genügend Wasser verfügbar ist?
00:15:42: Ob der Stromnetz stabil und leistungsfähig ist?
00:15:50: Wie groß das Risiko von Überschwemmungen, Branden oder Stürmen ist.
00:15:54: Ob es in dieser Region genau die Fachkräfte gibt, die ich vorhin angesprochen habe, die also für klimafeste Infrastrukturen Emissionsarmee-Produktion gebraucht werden?
00:16:04: Der Klimawandel schafft eine neue Landkarte wirtschaftlicher Attraktivität Selbst wenn wir – um jetzt bei dem Beispiel der Steuern zu bleiben – selbst wenn wir von heute auf morgen die Unternehmen steuern halbieren und daher international günstig produzieren können kann es durchaus sein dass wir ein hohes zukünftiges Risiko auf der Klima-Seite tragen und als Standort dennoch nicht attraktiv sind.
00:16:27: Dann haben wir den Scherben doppelt auf, ein schwach finanziertes Gemeinwesen mit entsprechend gesellschaftlichem Wohlstandsverlust – und trotzdem sind wir nicht attaktiv für Ansiedlungen!
00:16:38: Umgekehrt könnten Regionen an Bedeutung gewinnen weil sie über neuerbare Energie, über Wasser, über stabile Infrastruktur ein gemäßigtes Klima und eine gut vorbereitete Green Color Workforce verfügen.
00:16:50: Wenn ich mir beispielsweise den zweiten Standort meines eigenen Unternehmens anschaue, das ist in Kanada.
00:16:56: Mit seinen riesigen Süßwasservorkommen mit guter Qualifikation, dünner Besiedlung auf großer Fläche dann sieht man da schon Potenzial oder näher liegend aus österreichischer und deutscher Sicht Skandinavien Und es müssten ja nicht ganze Staaten oder riesige Regionen sein.
00:17:12: Es wird auch innerhalb von Staaten zu starken Veränderungen kommen je nach Branche.
00:17:18: Insgesamt also, es wird viele regionale Transformationen geben.
00:17:21: Abhängig von Klima-, Infrastruktur und den Fähigkeiten der jeweils verfügbaren Arbeitskräfte.
00:17:28: Standortpolitik, Industriepolitik, Arbeitsmarktpolitik und Klimapolitik lassen sich dann kaum noch voneinander trennen.
00:17:36: Die Anpassungen hitzewellen.
00:17:38: die Anpassung an den Klimawandel ist damit nicht bloß eine defensive Maßnahme.
00:17:43: sie kann wenn man's aktiv rechtzeitig und richtig macht zu einem Wettbewerbsvorteil werden.
00:17:50: Für Städte, die auch bei extremer Hitze lebenswert bleiben für Regionen, die Unternehmen eine stabile Produktion ermöglichen und für Arbeitgeber, die ihre Beschäftigten schützen und gleichzeitig arbeitsfähig bleiben.
00:18:06: Der Blick nach vorne Die Hitzewelle, die wir gerade erleben ist also nicht die ganze Geschichte.
00:18:12: sie ist das sichtbare Symptom einer größeren Veränderung.
00:18:16: Über ganz viele Faktoren habe ich heute aus Zeitgründen noch gar nicht gesprochen, beispielsweise über klimabedingten Migrationsdruck.
00:18:23: Aber sicher ist der Klimawandel verändert die Bedingungen unter denen Menschen arbeiten können – es geraten ganze Tätigkeiten und Branchen unter Druck.
00:18:33: Gleichzeitig erzwingt die Anpassung an den Klimawandeln in jede Form von Nachhaltigkeit und Decarbonisierung einen enormen Umbau von Energie, Mobilität, Industrie, Landwirtschaft.
00:18:45: Umbau kostet wohl viele Arbeitsplätze.
00:18:49: Er verändert fast alle und er schafft auch viele Neue.
00:18:54: Wenn man da einen Summenstrich drunterzieht und Bilanz zieht, dann kann man aus heutiger Sicht sagen das Ergebnis ist noch nicht vorbestimmt.
00:19:02: Es hängt davon ab ob wir die Transformation ganz rasch und ganz aktiv gestalten oder ob wir weiter so zögerlich sind und zuwarten bis das Übel über Unternehmen Regionen und Beschäftigte herein bricht.
00:19:15: Die Hitzewelle ist nur der Anfang, sie ist eines der größten Wirtschafts- und Arbeitsmarkthemen der kommenden Jahrzehnte.
00:19:42: Vorne ist, wo sich noch keiner auskennt.